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Autos aus Bremen
vom Lieferwagen bis zur Cheflimousine
von 1924 bis zum spektakulären Konkurs 1961

AUTOMOBILE VISIONEN: der HANSA A6

HANSA A6 von 1905

Ohne das Wirken zweier Männer vor weit über einhundert Jahren hätte die Stadt Bremen wohl nicht die Bedeutung für den Automobilbau erlangt, die sie heute hat, und auch Borgward wäre wohl nie der größte private Automobilfabrikant in Deutschland geworden. Und dabei fängt die Geschichte gar nicht in Bremen selbst, sondern im beschaulichen Kleinstädtchen Varel, rund 80 Kilometer nördlich von Bremen, am Jadebusen gelegen, an.

Um das Jahr 1905 bauen der Zeitungsverleger Robert Allmers und der Textilfabrikant August Sporkhorst ihre ersten Fahrzeuge unter dem Markennamen HANSA. Obwohl beide bis zu diesem Zeitpunkt nichts mit der Herstellung von Motorwagen zu tun hatten, ist es ihre Vision, technisch ausgereifte und grundsolide Fahrzeuge zu einem guten Preis anzubieten.

Eines davon war der HANSA A6, und der stammt noch aus der Anfangszeit der Produktion, die unter wechselnden Namen in Bremen, aber auch bis 1929 im oldenburgischen Varel und in Bielefeld stattfand.

Jahrzehnte später hatte auch der ehemalige Lloyd-Autohändler und Rennwagenfahrer Herbert Freese eine Vision: Er wollte die baulichen Überreste der Hansa-Werke in Varel retten und ein Museum für automobile Geschichte im Fertigungsgebäude errichten. Leider hat sich sein Traum nicht erfüllt. 2018 ist der Autofan, der unter anderem 1957 mit einem Lloyd Alexander TS an der Rallye Monte Carlo teilnahm, gestorben.

Das 1910 errichtete Hansa-Gebäude verfällt langsam und der jetzige Besitzer hat anscheinend kein Interesse an einem Verkauf oder einer Nutzung.

Eine Vision von Herbert Freese erfüllt sich aber nun doch, wenn auch leider erst nach seinem Tode. Seine Sammlung zum Thema Hansa ging in den Besitz der Initiative WirtschaftsWunderWagenWelt Bremen über und wird in das Grundvermögen der geplanten Stiftung Bremer Mobilitätskultur eingehen. Zu dieser Sammlung gehört auch der älteste noch existierende Personenwagen Norddeutschlands, ein HANSA aus dem Jahre 1905. Die Zukunft dieses einmaligen Fahrzeuges scheint gesichert zu sein. Glücklicherweise verschwindet es nicht in einer Privatsammlung, sondern wird zukünftig der interessierten Öffentlichkeit in Bremen im Schuppen Eins gezeigt.

Die Historie des letzten Hansa A6 liegt weitestgehend im Dunklen. Abweichend zu den bekannten Dokumenten zum HANSA A6 verrät das Typenschild, dass es sich um einen Typ „V“ handelt, da statt dem Einzylinder-Motor ein Zweizylinder V-Motor verbaut wurde. Signifikant für den bauzeitlichen Einbau dieses nicht in den vorhandenen Archivalien dokumentierten V-Motors der Firma Zetel ist die Typ- und Leistungseinstanzung im Typenschild mit der Fahrgestellnummer 123.

Aus den vorliegenden Dokumenten entnehmen wir, dass der erste Besitzer ein gewisser Dr. Emil Schmail aus Breslau war. 1963 registrierte ein Herr Börschl aus München den Hansa beim Allgemeinen Schnauferl-Club. Herr Freese erwarb das seltene Fahrzeug dann im Jahr 2012.

Kontaktadresse
„WirtschaftsWunderWagenWelt“
im Schuppen 1 – Zentrum für Automobilkultur und Mobilität
Konsul-Smidt-Straße 26
28217 Bremen

Buchtipp
Ulrich Kubisch: Hansa Lloyd
Borgward war nicht der Anfang.
Automobilbau in Bremen und Varel 1905–1929
Steintor Verlag, Bremen, 1989

HANSA A6 von 1905

HANSA A6 von 1905

HANSA A6 von 1905

HANSA A6 von 1905

HANSA A6 von 1905

     

Foto oben: Archiv Alexander von Spiegel, Fotos unten: André Demin (aufgenommen im „Schuppen Eins“ in Bremen)