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Autos aus Bremen
vom Lieferwagen bis zur Cheflimousine
von 1924 bis zum spektakulären Konkurs 1961

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Autos der Borgward-Gruppe sind historisch wertvolle Kulturgüter. Sie repräsentieren für ihre Zeit wegweisende technische Entwicklungen. Die Produktpalette ist enorm breit gefächert: vom Lieferwagen bis zur Cheflimousine. Borgward-, Goliath-, Lloyd-Freunde wissen das alles. Aber wer sonst weiß es? Wir stellen fest, dass das Wissen um Autos der Borgward-Gruppe nicht nur in der breiten Öffentlichkeit langsam verloren geht, sondern auch unter denjenigen, die dem Hobby Oldtimer nahe stehen, ganz besonders beim sogenannten Nachwuchs.

Die Borgward-Presseabteilung will das ändern! Sie ist kein Club und auch keine ­Konkurrenz zu bestehenden organisierten Borgward-Gemeinschaften. Sie hat nichts mit den Bemühungen um die Wieder­einführung von Fahrzeugen mit einem Borgward-Emblem zu tun. Sie ist auch kein Service-Unternehmen, bei dem man Dienstleistungen abrufen kann. Sie ist überhaupt keine Rechtskörperschaft, sondern eine private Initiative von einigen Fahrern von Autos der Borgward-Gruppe.

„Borgward und Beine“

Anzeige Borgward B 1500 von P. Nielsen & Sohn, Dänemark

Wer im August des Jahres 1958 in Kopenhagen die Zeitungen „Berlingske Tidene“ oder die „Politiken“ aufschlug, entdeckte nicht nur Werbung für den deutschen Film „Die Beine von Dolores“, sondern auch großformatige Anzeigen der Firma P. Nielsen & Sohn. Der deutsche Revuefilm mit Claus Biederstaedt, Ruth Stephan und Germaine Damar in der Hauptrolle bot den verwöhnten Hauptstädtern leichte Unterhaltung, Schlagermusik und attraktive Damen. In den Kinos des Landes lief der Film unter dem Titel „Dolores danser“ und selbstverständlich im Originalton mit dänischen Untertiteln.

Die Anzeigen des Borgward-Händlers im Vorort Glostrup hingegen lockten nicht mit traumhaft schönen Beinen, sondern mit klaren Fakten. Für den Preis von 12.650 Kronen konnte man den neuen 1 1/2-Tonner aus dem Hause Borgward erwerben und somit den preiswertesten Lastkraftwagen seiner Klasse. Der Grundpreis bezog sich auf Chassis und Führerhaus. Wahlweise konnte der Kunde die Version als Kastenwagen, Pritsche oder Kleinbus bestellen – gegen entsprechenden Aufpreis, versteht sich. Zur Wahl standen zudem auch zwei unterschiedliche Motorversionen, und zwar der 1,5-Liter-Ottomotor der Borgward Isabella mit 60 PS, Höchstgeschwindigkeit 92 km/h, oder der 1,8-Liter-Dieselmotor des Hansa 1800 mit 42 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h.

Leicht werden es der Herr P. Nielsen und sein Sohn dennoch nicht gehabt haben, für den B 1500 einen Kunden zu finden. Denn Volvo bot seit 1953 den bewährten L 34 an und mit dem L 42 seit 1956 einen größeren und moderneren Lastkraftwagen. Die Fahrzeuge hatten einen sehr guten Ruf, waren aber auch teurer. Darüber hinaus machte die britische Firma Bedford mit ihren Typen D1 und D2 Borgward das Leben im Staate Dänemark schwer. Zudem kam 1958 der moderne TJ in großen Stückzahlen auf den Markt und verdrängte viele andere LKW-Hersteller.

Es lässt sich unschwer vermuten, dass die Anzeige für den deutschen Kinofilm mehr Aufmerksamkeit erregte als die Werbung für den 1 1/2-Tonner aus Bremen.

Wie die Geschichte ausging, wissen wir alle. Der B 1500 wurde 1959 vom B 611 abgelöst, der munter in den Konkurs rollte. Der Autohändler Nielsen & Sohn fand sich zumindest 1962 noch im Kopenhagener Telefonbuch. Heute steht im Hovedvejen 152 ein dreistöckiges Bürogebäude mit Supermarkt aus den 80er Jahren.

Aber auch an „Die Beine von Dolores“ werden sich heute wohl nur noch wenige erinnern… AD