Logo Borgward-Presseabteilung
Logo Borgward
Logo Borgward
Logo Borgward

Autos aus Bremen
vom Lieferwagen bis zur Cheflimousine
von 1924 bis zum spektakulären Konkurs 1961

+ + + IM FOKUS + + +

Extremfahrer Norbert Bogdon auf Lloyd LP 600 beim Hamburger Stadtpark-Revival 2017
Mehr >>>

Die Borgward-Presseabteilung mit eigenem Stand auf der Nordi Car Classic 2015
Mehr >>>

„Männer ohne Nerven…“
…und furchtlose Frauen im Kaiser-Wilhelm-Koog
Mehr >>>

Kaufberatung für Fahrzeuge der Borgward-Gruppe am Beispiel Borgward Isabella
Mehr >>>

Liebesbriefe an Isabella. Kundenbriefe geben Einblick in die Fahrzuge im Alltagsbetrieb Mitte der 50er-Jahre
Mehr >>>

Autos der Borgward-Gruppe sind historisch wertvolle Kulturgüter. Sie repräsentieren für ihre Zeit wegweisende technische Entwicklungen. Die Produktpalette ist enorm breit gefächert: vom Lieferwagen bis zur Cheflimousine. Borgward-, Goliath-, Lloyd-Freunde wissen das alles. Aber wer sonst weiß es? Wir stellen fest, dass das Wissen um Autos der Borgward-Gruppe nicht nur in der breiten Öffentlichkeit langsam verloren geht, sondern auch unter denjenigen, die dem Hobby Oldtimer nahe stehen, ganz besonders beim sogenannten Nachwuchs.

Die Borgward-Presseabteilung will das ändern! Sie ist kein Club und auch keine ­Konkurrenz zu bestehenden organisierten Borgward-Gemeinschaften. Sie hat nichts mit den Bemühungen um die Wieder­einführung von Fahrzeugen mit einem Borgward-Emblem zu tun. Sie ist auch kein Service-Unternehmen, bei dem man Dienstleistungen abrufen kann. Sie ist überhaupt keine Rechtskörperschaft, sondern eine private Initiative von einigen Fahrern von Autos der Borgward-Gruppe.

Borgward-Bilder erzählen:

Autohaus Gesell in Pforzheim

„Pforzheim bei Nacht“

Diesmal erzählt ein großformatiges Profifoto, Format 18 x 24 cm, auf dickem Agfa-Brovia-Papier. Es ist in dieser Nacht des Jahres 1956 also wohl nicht der Pforzheimer Borgward-Händler Claus Gesell selbst, der den Auslöser drückt, sondern ein versierter Lichtbildner, der mit Plattenkamera und Stativ in der Bleichstraße 11 anrückt. Die Fotos schickt Gesell dann ans Werk in Bremen, damit auch der Chef sieht, wie das Wirtschaftswunder in der badischen Provinz floriert.

Wir sehen heute eher, wie einfach die Zeiten im Autohandel damals noch sind. Zwar leuchten schon aufwendige Neonreklamen, und der Zweckbau darf mit seinem papierdünn auskragenden Dach schon ein wenig auf extravagant machen, aber einen Schauraum gibt es in Pforzheim noch nicht: Keine Fensterfront trennt die neuen Borgward von ihren Betrachtern, weder Gummibaum noch Cocktailsessel spenden Gemütlichkeit, statt dessen lässt Gesell nach Feierabend metallene Rolladen herunter und stört sich, wie ein weiteres Foto zeigt, nicht an den Ölflecken auf dem Boden.

Auch leuchtet der Borgward-Schriftzug nur an den Gebäudeseiten, denn Gesell ist in seinem Neubau nicht alleine: Er teilt sich das Anwesen mit der kleinen Schmuckfabrik Adolf Schweickert und der Uhrenmanufaktur des Walter Voigt, die nicht viel länger durchhält als die Automarke, deren Produkte im Parterre parken.

Wie lange das Autohaus Gesell existiert, ist nicht ohne Einblick ins Handelsregister zu ermitteln; der Chef stirbt 1997. Das Haus in der Bleichstraße 11 steht immerhin bis 2016. Als es einem neuen Stadtquartier weichen muss, ist der Freiluft-Schauraum schnöde zugemauert, die Leuchtreklamen sind längst abmontiert. Nur das auskragende Dach bewahrt sich bis zuletzt den Hauch von Wirtschaftswunder-Kühnheit. CST

Foto: Archiv Christian Steiger

   

Weitere Geschichten aus unserer Reihe „Borgward-Bilder erzählen“ finden Sie hier. Die Borgward-Presseabteilung bietet 9 ausgewählte Geschichten der Reihe auch als gedruckte Broschüre an. Bei Interesse bitte einfach eine E-Mail senden.